Open air concert at Verbier Festival

La Chaux, Verbier, Switzerland

From a letter sent by Maximilian to Frau Maria Illies at Deutsche Stiftung Musikleben, telling her in detail about his impressions and experiences at the Verbier Festival

Maximilian Haberstock
Verbier Festival 2019

Nachdem ich bereits im letzten Jahr die Gelegenheit hatte, das Geschehen beim Verbier-Festival aus der Perspektive des Pianisten mitzuerleben, durfte ich diese Saison einen ganz neuen, aber nicht weniger spannenden Blickwinkel kennenlernen: den des Dirigenten. Mit der großzügigen Unterstützung der Deutschen Stiftung Musikleben und des Verbier-Festivals sind diese drei Wochen in den Schweizer Alpen zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden.

Für die einzigartige Chance, mit einigen der Musiker zusammenzuarbeiten, die ich am meisten bewundere, bin ich sehr dankbar. Dass ich zum Beispiel Daniil Trifonov zu allen seinen Proben begleiten durfte, hat mir viele wertvolle Einblicke in seine besondere Weise, zu arbeiten und zu musizieren, ermöglicht. Denis Matsuev, der in Verbier für eine Aufführung des dritten Klavierkonzerts von Rachmaninov unter der Leitung des gefeierten Lahav Shani zu Gast war, ermutigte mich zur Teilnahme an dem von ihm ins Leben gerufenen Wettbewerb „Grand Piano Competition“ in Moskau. Vor allem aber konnte ich mich erneut davon überzeugen, dass seine Interpretation dieses wunderbaren Stücks das Beste ist, was ich von einem lebenden Pianisten bisher gehört habe!

Viel Vergnügen hatte ich daran, die Proben von Manfred Honeck und Joshua Bell mitzuverfolgen; es setzte sich nach der Arbeit bei einem Backgammon-Spiel mit Joshua Bell (bei dem ich das Glück auf meiner Seite hatte…) fort. Ein baldiges Wiedersehen mit Manfred Honeck ist bereits geplant – im Oktober dieses Jahres wird er mit Lang Lang in der Philharmonie des Münchner Gasteigs auftreten.

Das Festival schloss mit einem Höhepunkt: auf dem Programm stand Mahlers II. Symphonie unter der Leitung Fabio Luisis, der mich dazu einlud, seine Probenarbeit am Züricher Opernhaus zu verfolgen. Es freut mich, dass wir auf diese Weise in Kontakt bleiben werden!

Zwischen den Proben hatte ich (wenn auch nicht allzu viel) Zeit, an meinem Klavierrepertoire zu feilen. Einige dieser privaten Übungsstunden wurden schließlich zu kleinen Konzerten, nachdem sich nach und nach Zuhörer dazugesellt hatten. Das bot mir auch die Gelegenheit zu einem Wiedersehen mit Prof. Sergei Babayan, mit dem ich letztes Jahr als Klavierstudent zusammengearbeitet hatte und der meine Entwicklung mit Interesse verfolgt.

Das Highlight dieser drei Wochen jedoch war für mich, den Taktstock zur Probe der Schumann Symphonie Nr. I mit dem VF Junior Orchestra selbst in die Hand nehmen zu dürfen – mit Maestro Gergiev als Zuhörer! Sehr berührt hat mich auch das freundliche Interesse der jungen Musiker des Orchesters, die nach der Probe um Kontaktdaten und gemeinsame Selfies baten. Die folgenden Tage hörte ich immer wieder die Frage, ob und wann ich wieder als Dirigent in Verbier mit dem Orchester arbeiten werde. Das habe ich als ein großes Kompliment empfunden!

Diesen besonderen Ort mit seiner besonderen Atmosphäre werde ich hoffentlich nicht das letzte Mal besucht haben – es könnte sich sogar bald die Gelegenheit ergeben, mit noch mehr Verantwortung zurückzukehren. Damit ginge ein weiterer Traum für mich in Erfüllung!

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